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                                                                       „Das intelligente Herz“ -


                                                          Mit Emotionaler und Spiritueller Intelligenz ins Neue Zeitalter

Ein dynamisches Buch, an dem Sie mit ihrem eigenen Erfahrungsbericht teilnehmen können:

Das Buch ist als praktische Anleitung gedacht, um über unsere natürliche „Herz-Intelligenz“ unser höheres Bewusstseinspotential entwickeln zu können, und dabei gleichzeitig in der Alltagsrealität des Planeten geerdet zu bleiben, für den wir uns für dieses Leben entschieden haben.

Das „intelligente Herz”- Modell ist ein Werkzeug zum besseren Verständnis der psychodynamischen und spirituell-energetischen Prozesse, wie sie im Zuge der psychologischen Integration traumatischer oder anderweitig schwieriger Lebenssituationen stattfinden. Gleichzeitig stellt es eine Leitschnur für einen emotional und spirituell intelligenteren Umgang mit den Herausforderungen des Lebens dar.

Kapitel 1 befasst sich mit den Grundlagen des Konzeptes der emotionalen Intelligenz in ihrer Anwendung auf intrapsychische Prozesse, ihrer korrespondierenden Psychodynamik und den dazugehörigen Erklärungen, sowie praktischen Beispielen ihrer Anwendung auf typische psychologische Problemsituationen.

Zum besseren Verständnis des Kapitels empfehle ich, das IH-Schema in pdf-Version (siehe Link) auszudrucken, um es beim Lesen des Kapitels jederzeit wieder einsehen zu können. Es hat sich auch als hilfreich erwiesen, das Schema sichtbar in seiner Umgebung anzubringen, zum Beispiel am Kühlschrank oder in vom Bett aus sichtbarer Position, um unserem Geist reichlich Gelegenheit zu bieten, die angezeigten Energieflüsse auf natürliche Art zu absorbieren, und als Erinnerung an die Absicht, das Schema so oft wie möglich im Alltag anzuwenden.

Lesen Sie zunächst Kapitel 1 (siehe Link) des Buches mit der Einführung zu Gabys psychologischem Modell: „Das intelligente Herz“.

Wie kann ich meine eigenen Erfahrungen in das Buch einbringen?

                               Sie können Beispiele Ihrer persönlichen Erfahrungen mit
                                        der Anwendung des Modells per email senden!

In den Jahren seit ich das IH-Modell entwickelt habe und in meiner Arbeit regelmäßig anwende, habe ich viele erstaunliche Beispiele der Heilung emotionalen Traumas, von Problemfällen der Ko-Abhängigkeit, sowie erheblicher Umwandlungsprozesse im Leben vieler Menschen erlebt und begleitet, die es mit Hilfe des IH-Modells schafften, die fehlgeleiteten Energieflüsse in ihrem Leben wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.

Leider habe ich es in den Jahren seit der Kreation des Modells und meiner therapeutischen Arbeit damit versäumt, konsequent Fallbeispiele zu sammeln, sowohl von offenkundigen Erfolgen wie auch von auftretenden Schwierigkeiten und wie sie überwunden werden konnten. Nach vielen Anfragen von Klienten und Workshopteilnehmern über die Jahre hinsichtlich eines Buches zum Hintergrund und der praktischen Anwendung des IH-Modells lade ich nun meine aktuellen und früheren Klienten, sowie Freunde und andere Interessierte (die in das Modell und seine Anwendungsweise zum Beispiel von anderen Therapeuten eingeführt wurden), die ihre Erfahrungen gerne mit anderen teilen möchten ein, mir Beispiele ihrer persönlichen Aufarbeitungsthemen anhand der Energieflüsse im IH-Schema beschrieben per email zu schicken. Die eingesendeten Berichte werden dann, von mir mit den eventuell erforderlichen Korrekturen der energetischen Zuordnungen im IH-Schema versehen, sowie eigenen Anmerkungen und gegebenenfalls zusätzlichem Material zum besseren Verständnis der angesprochenen Prozesse für den Leser aufbereitet.

Auf diese Art können viele interessierte Teilnehmer über ein verbessertes Verständnis der im IH-Modell erfassten psychodynamischen Prozesse von ihrem eigenen und dem Beitrag Anderer in positiver Weise profitieren und sich anhand vieler Szenarien in ihrem eigenen inneren Explorationsprozess inspirieren lassen. Es wäre dann eine Art Workshop in Buchform, für den man das Haus nicht einmal verlassen muss, aber für die eigenen Themen trotzdem direkt Feedback bekommt und über die Resonanz mit den Prozessen Anderer seinen eigenen Wachstumsprozess gleichzeitig unterstützen kann. Während jeder eingesendete Bericht sehr geschätzt wird, behalte ich mir die Auswahl von Einsendungen hinsichtlich ihrer Eignung als Fallbeispiele für das vorgesehene Buch vor. Personen, deren Fallbeispiele im Buch erscheinen, werden nicht unter ihrem eigenen Namen aufgeführt, es sei denn, jemand wünscht dies ausdrücklich, wie in Dainas Fall (siehe unten), weil sie daran interessiert ist, von anderen Lesern kontaktiert zu werden.

Beiträge können nur bei Angabe des korrekten Namens und der email-Adresse des Teilnehmers mir gegenüber in das Buch aufgenommen werden. Beiträge, die unter falschem Namen- oder Kontaktangaben eingesendet wurden, werden bei Aufdeckung dieser Tatsache, auch rückwirkend, sofort aus der Sammlung entfernt. Bei Kontaktangaben eines Teilnehmers die im Buch erscheinen sollen ist es gestattet, dass diese einen anderen Namen und Kontaktadresse enthalten. Ziel ist es, diese Sammlung zusammen mit dem vorliegenden Einführungskapitel zum frühesten Zeitpunkt als eigenständiges Buch herauszugeben, abhängig davon, wie bald die geeigneten Beiträge vorliegen und von mir bearbeitet werden können.

Das Buch wird sowohl als E-book wie auch in Druckform auf dieser Website zu erwerben sein.

Die intellektuellen Eigentumsrechte für das gesamte Buch verbleiben bei mir; die Entschädigung für die Beteiligung am Buchprojekt besteht in der Korrektur und den auf meiner Expertise basierenden Erläuterungen der in den Beiträgen vorgestellten Problemsituationen.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS:

Das Kapitel über das von mir entwickelte Modell „Das intelligente Herz“, sowie das IH-Schema stehen zum Zwecke der persönlichen Anwendung und Weiterverbreitung (unter Angabe der Quelle) auf eigene Verantwortung kostenfrei zur Verfügung.

Obwohl unwahrscheinlich, kann nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass die energetisch-schematische Darstellung psychodynamischer Prozesse in Form des IH-Modelles oder andere Inhalte des vorliegenden Textes bei einer entsprechenden psychischen Prädisposition sich als Resonanzboden für tiefergehende psychische Probleme erweisen könnten. Für den wenig wahrscheinlichen Fall des Auftretens von individuellen, als negativ empfundenen emotionalen Reaktionen auf den Text oder das IH-Modell kann meinerseits keine Haftung übernommen werden. Bei Anzeichen starker emotionaler Berührtheit durch den Text, die als unangenehm oder überwältigend empfunden wird, wäre eine begleitende psychotherapeutische Unterstützung dringend anzuraten. Andererseits eignet sich das vorliegende Material insofern im positiven Sinne als Resonanzboden für unverarbeitete, emotional belastende Themen, als es bei entsprechender psychotherapeutischer Begleitung zur besseren Integration dieser Inhalte beitragen kann. Es ist jedoch anzumerken, dass die im IH-Schema und dem vorliegenden Kapitel enthaltenen Informationen und Anleitungen bei einer vorliegenden Notwendigkeit der psychotherapeutischen Betreuung oder psychiatrischen Behandlung, diese nicht ersetzen kann.

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Ein Beispiel für einen Beitrag zum dynamischen Buchprojekt:

Dainas Bericht dient als Beispiel für die Beschreibung eines eigenen Problembereiches und der eigenen Bearbeitung anhand des IH-Modells (auf dem Stand des eigenen Verstehens). Dainas Beitrag ist auch ein Beispiel für die Möglichkeit, dass eine Kontaktaufnahme von Lesern, die sich durch ihr Beispiel persönlich berührt fühlen, zwecks Austausch zu diesem Thema von ihr ausdrücklich gewünscht wird.

Sie freut sich auf Euer Interesse am Austausch! Ihre email-Adresse ist:

dynamicbook@yahoo.com

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Dainas Erlebnis

1. Ablehnung und Verurteilung von Menschen

Während eines Workshops hatte jeder Teilnehmer die Aufgabe, sich einen Partner zu suchen und genau darauf zu achten, was ihm spontan bei der ersten Begegnung mit seinem Gegenüber an ihm nicht gefiel bzw. störe. Bei meinem Partner gefiel mir anfangs sein Dialekt nicht - daran hatte ich mich allerdings inzwischen gewöhnt. Die nächste Aufgabe bestand darin, dem Anderen über einen längeren Zeitraum in die Augen zu schauen. Nach Beendigung dieser Übung sollten wir sagen, was wir dabei empfunden, gefühlt hatten.

Eine Teilnehmerin sagte, während der Übung sei ihr schon sehr schnell bewusst geworden, dass das, was sie an ihrem „Partner“ gestört hatte, nichts mit ihm zu tun hätte, sondern ganz allein ihr Problem sei. Bei den anderen Teilnehmern war das so ähnlich der Fall - nur bei mir nicht. Ich fühlte mich wieder wie ein kleines unverstandenes Schulkind und Außenseiter - oh, dachte ich, wieder einmal das Thema verfehlt, die Aufgabe nicht verstanden – ich fühlte mich klein und dumm – am liebsten wäre ich weggerannt.

Während ich erzählte, dass mir das so nicht verständlich gewesen sei, brach ich in Tränen aus. Wie konnte ich so denken, solche Gefühle der Abneigung in mir zulassen? Ich schämte mich und weinte heftig - so wurden einmal Juden, Homosexuelle und andere Menschen, die einem, aus welchen Gründen auch immer nicht gefielen, in Konzentrationslager oder in Gefangenlager gesteckt.

Eine ekelige, schleimige, schwarze Schlacke machte sich in meiner unteren Bauchgegend bemerkbar, die sich schließlich löste und aus meinem Körper verschwand. Der lösende Prozess dauerte noch über Stunden an – an diesem Tag war ich für den Rest des Workshops körperlich total erledigt, fühlte aber gleichzeitig eine Erleichterung.

Diese Erfahrung hat mich zutiefst erschüttert, zumal ich schon einmal Ähnliches zu dem Thema SS und Konzentrationslager während eines Workshops mit Gaby bearbeitet hatte und davon ausging, dass dieses Thema ein für alle Male durch sei. Es hat mir gezeigt, wie tief und mit welcher Intensität Elternübertragungen in einem verankert sind.

Im Kindesalter hatte ich immer das Gefühl gehabt, ein Außenseiter zu sein. Das kam daher, dass meine Mutter eine Deutsche, mein Vater ein Lette war und ich bereits als Kleinkind als „Nazi“ beschimpft wurde. Auch während der Schulzeit in England spürte ich Ablehnung, manchmal auch von einzelnen Lehrern.

Gabys Anmerkungen:

Die Pig Parent-Botschaften Anderer, von denen Daina als Kind selbst betroffen war und die sehr schmerzlich für sie waren, wurden von ihrem Anpasser(AP) einer anderen Person zugeordnet, hatten also scheinbar gar nichts mit ihr zu tun; damit ging das unangenehme Gefühl zunächst einmal weg, und sie musste sich mit dem Thema scheinbar auch nicht mehr befassen. Um das unangenehme Gefühl des Außenseiterdaseins und des Abgelehntwerdens zu verdrängen, hatte Dainas Anpasser damit reagiert, ihre eigenen Gefühle auf den Workshop-Partner zu projizieren.

Die Körperempfindungen, die sich im Workshop durch die Erkenntnis ihres eigenen Traumas aus der Vergangenheit einstellten, waren eine Somatisierung der Gefühle des inneren Kindes (IK), die vom Anpasser als schmerzlich und bedrohlich eingestuft wurden, und daher aus seiner Sicht unterdrückt werden mussten. Als Kind empfand Daina die Ablehnung ihrer Umwelt als existentiell bedrohlich, daher stellte sich die Verdrängung und spätere Projektion auf ein äusseres Objekt ein. Alles, um sich diese schrecklichen Gefühle nur „vom Leib“ zu halten (AP). Dass dies nicht wirklich gelang deuten Dainas Körperempfindungen an. Sie hatte die negativen Botschaften Anderer („Nazi“, PP) introjiziert und empfand sich unbewusst nun selbst genau entsprechend den Pig Parent-Botschaften, denen sie als Kind ausgesetzt war, in Form von Ekel vor sich selbst. Die Körperempfindungen und die Art, in der Daina sie innerlich wahrnahm geben den unangenehmen Charakter der Gefühle wieder, die im Laufe ihrer beschriebenen Kindheitserlebnisse in ihr auf zellulärer Ebene gespeichert wurden.

Im Workshop wurde Daina sich ihrer introjizierten Botschaften bewusst, indem sich über das Entsetzen über ihre vorurteilsbeladenen Gedanken über ihren (Workshop-)Partner erst die Erkenntnis bei ihr einstellte, dass sie hier ganz unbewusst aus eigenen unangenehmen Erfahrungen in der Vergangenheit reagiert hatte. An diesem Punkt stellten die Empfindungen auf der Körperebene sich von selbst bei ihr ein, weil die Resonanzebene dafür nun hergestellt war. Durch die Unterstützung die ihr im Workshop sicher war konnte sie die fürsorgliche Elternenergie (PE) für ihr inneres Kind aufbringen und damit den Prozess der Integration ermöglichen; ihr inneres Kind konnte sein Erlebnis der Vergangenheit nun sozusagen auf seine Art erzählen. Es wurde ernst genommen und es bekam den Raum und die Unterstützung, um vor diesem Trauma nicht mehr flüchten zu müssen, sondern seine Gefühle nun dem Ursprungserlebnis zuordnen zu können. Weil jetzt die Energie vom PE für die kleine Daina da war, konnte die Herzenergie wieder dem IK zufliessen. Sie hatte jetzt zum ersten Mal die unterstützende Energie zur Verfügung, die sie damals von ihren Eltern und ihrem Umfeld gebraucht hätte. Daher konnte einerseits auf Körperebene die negative Energie aus dem Gewebe freigesetzt werden und andererseits auch die negative Gedankenform aufgegeben werden, die sich auf geistiger Ebene verankert hatte.

Für Daina bedeutete ihr Auflösungserlebnis auch, dass ihre zuvor somatisierten Gefühle jetzt keinen Schaden in Form von möglichen Zellentartungen im Körper mehr anrichten konnten. Ihre Erschöpfung ist ein Hinweis auf den erheblichen Umbauprozess, der sich auf emotional-/ physiologisch-/biochemischer- und geistig-energetischer Ebene dabei abspielte. Sie ist auch ein Mass für die erhebliche Energie, die diese vielschichtige Fehlzuordnung Daina in ihrem Leben bis dahin gekostet hatte. Die im Körper gebundene Energie konnte jetzt umgewandelt werden und steht ihr seither in ihrem Leben auch in neuer Form zur Verfügung.

Dainas Erlebnis ist von besonderem Interesse, weil es uns in Form ihres individuellen Beispiels gleichzeitig auch die kollektive Natur dieses Problems vergegenwärtigt. Die Ablehnung von anderen Menschen, besonders aufgrund von Eigenschaften, die sie als Mitglieder bestimmter Gruppen auszeichnen, geht grundsätzlich auf diese Art von Projektionen oder auf Übertragungssituationen zurück. Der gleiche Mechanismus von emotionalen Fehlzuordnungen und der unbewussten Verwechslung von Ursache und Wirkung liegt auch im Falle von Eroberungskriegen und den meisten internationalen Konflikt-Eskalationen vor. Das authentische Selbst (IK) reagiert auf Andersartigkeit niemals automatisch mit Ablehnung, sondern mit Offenheit und Interesse. Da es keinen Verwechslungen wie im beschriebenen Fall unterliegt, ist es mit seiner Hilfe auch möglich, Konfliktsituationen aufzulösen, die in Gefahr standen zu eskalieren. Dies gilt im individuellen Fall genau so wie für kollektive Situationen.

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Die folgenden Erlebnisse, die Daina beschreibt,
werden kommentiert im Buch nachzulesen sein.

2. Last von den Schultern abwerfen – Schuldgefühle wegen der Verbrechen, die während der Nazizeit verübt worden.

Alle Teilnehmer des Workshops saßen vereint auf dem Fußboden. Während Gaby auf das Thema eines Workshopsteilnehmers einging, resonierte etwas in mir. Gaby sprach mich an, fragte, was da bei mir los sei? Mein Eindruck war, dass das angesprochen Thema etwas mit meinem Sohn zu tun hätte. Gaby war da anderer Meinung und erinnert mich an etwas, was meinen verstorbenen Vater betraf.

Mein Vater stammte aus dem Baltikum und war während des 2. Weltkrieges der SS beigetreten. Über den Krieg und sein Tun in dieser Zeit hatte er nie gesprochen. Als Kind hatte ich ihn oft depressiv, von Zeit zu Zeit weinend erlebt.

Als ich schon längst Erwachsen war, hatte mein Bruder mir erzählt, dass unser Vater Mitglied bei der SS gewesen sei. Das war nicht etwas, worüber man erzählen möchte – musste ich auch gar nicht, denn es hatte ja auch nichts mit mir zu tun, dachte ich mir, schließlich bin ich nicht für die Taten meiner Eltern verantwortlich.

Das war ein extrem heikles Thema, das ich am liebsten nicht in der Runde besprochen hätte, da unter den Teilnehmern auch noch ein Jude saß. Ich hatte schwer mit mir zu kämpfen, das Thema Konzentrationslager, Vernichtung der Juden auszusprechen – Gaby ließ nicht locker, die Teilnehmer schauten auf mich, warteten geduldig.

Mir saß ein fetter Kloß im Hals, ich weinte und es kostete mich viel Überwindung mit dem Erzählen zu beginnen. Ich erzählte von den Bildern mit den Massenhinrichtungen vor riesigen Massengräbern im Wald, die ich in meinem Hinterkopf hatte – für mich sehr präsent und realistisch und dass ich davon ausging, dass mein Vater daran beteiligt gewesen sein dürfte.

Als ich das ausgesprochen hatte, merkte ich, dass eine unendlich schwere Last von meinen Schultern gefallen war. In der Vergangenheit hatte ich immer, wenn das Thema Judenvernichtung angesprochen wurde, das Gefühl, dass mein „Brandmark SS“ auf meiner Stirn für alle sichtbar sein müsste.

Wie würden die anderen Teilnehmer auf mich reagieren, jetzt, wo sie die Geschichte kannten, vor allem A., der Jude war?

Das Mitgefühl von Teilnehmer A. und den anderen war überwältigend – es gab keine Anklage, sondern Anerkennung über den Mut darüber zu sprechen – und dass es tatsächlich nichts mit mir zu tun hätte.

Die körperlichen Reaktionen waren noch während des Workshops deutlich spürbar – Erschöpfung und Erleichterung zugleich.

Einige Tage später traf ich mich mit einer jüdischen Freundin, die nach dem Workshop fragte. „Oh, war wie immer gut“, war meine Antwort. Damit gab sie sich allerdings nicht zufrieden, so dass ich ihr vom Inhalt und Ablauf meines Themas ausführlich berichtete, um anschließend eine warmherzige Umarmung zu erhalten mit den Worten „Oh, but Daina, you’re such a lovely person, this has nothing to do with you!“

Diese Begegnung war eine endgültige Bestätigung, dass es wirklich nichts mit mir zu tun hatte. In wieweit ich aber diese Übertragungen in mir manifestiert hatte, war durch das Abwerfen der Last von meinen Schultern deutlich.

In England, als Kind einer deutschen Mutter und eines lettischen Vaters geboren und aufgewachsen, wurde ich bereits als kleines Kind im Alter von drei bis vier Jahren als „Nazi“ beschimpft! Natürlich hatte ich in dem Alter keine Ahnung, was dieses Wort bedeutete aber das innere Kind hatte die Botschaft die damit vermittelt werde sollte verinnerlicht. Durch das Erzählen und die anschließende Bestätigung der Gruppe und der Freundin, dass die Ereignisse nichts mit mir zu tun hätten, war es mir möglich, meine Scham abzulegen.

3. Veränderte Empfindungen in den Händen - Missbrauch bei den Frauen innerhalb der Familie.

Während einer Sitzung mit Gaby ging es um das Thema Missbrauch der Frauen in meiner Familie. Die Fälle zogen sich wie ein rotes Band durch die Familiengeschichte.

Meine Ur-urgroßmutter war als Hausmädchen in einem herrschaftlichen Haushalt tätig gewesen und wurde von dem Sohn des Hausherren schwanger – natürlich musste sie, als das bekannt wurde, gehen.

Meine Großmutter, die von der Statur sehr klein und blutarm war, gebar sieben Kinder. Obwohl ihr der Arzt bereits nach der Geburt des ersten Kindes (meine Mutter) von weiteren Schwangerschaften abriet, traf mein Großvater keine verhütenden Maßnahmen.

Meine Mutter wurde, noch keine sechzehn Jahre alt, nach Kriegsende in Berlin mehrmals von den Sowjets vergewaltigt – meine Großmutter ebenfalls.

Meine Erfahrungen mit Männern waren, dass sie sich mich lediglich als Sexobjekt gesehen hatten und ich auch davon überzeugt war, dass ich nichts anderes zu bieten hatte.

An einem Punkt während der Sitzung machte sich eine starke Veränderung der Empfindung in meinen Händen bemerkbar – in beiden Händen kribbelte es so massiv, dass ich meine Finger bzw. die Hände nicht mehr bewegen konnte – es machte mir große Angst. Gaby versicherte mir, dass alles in Ordnung sei, es gehe hier mit rechten Dingen zu, ich bräuchte keine Angst zu haben.

Während das alles passierte, sollte ich versuchen, mir meinen Großvater visuell vorzustellen, was mir auch gelang. Ich sah ihn, wie er auf der Kante des großen alten Ehebettes saß und weinte. Er sagte, es täte ihm leid, dass er so sehr auf seine eigenen Bedürfnisse bedacht gewesen sei und dabei die Gesundheit seiner Frau vollkommen außer Acht gelassen hatte.

Tatsächlich verschwand der Zustand in den Händen nach einiger Zeit. Noch am selben Tag traten abends erneut die gleichen Erscheinungen auf – Angst kam auf und da ich nicht wusste, ob sich diese Art der Paralyse weiter ausbreiten würde, rief ich meine Tochter (der ich bereits mittags von der Sitzung erzählte hatte) an und bat sie zu kommen. Gleich nach dem ich den Telefonhörer aufgelegt hatte, verschwanden die Beschwerden wieder und stellten sich auch nicht wieder ein.

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Bei Interesse, einen Bericht eigener Erlebnisse zu schicken, bitte an: gabyfrohlich@gmail.com

 
 
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